Die 29er-WM 2026 in Kiel-Schilksee vom 4. bis 9. Juli 2026 bot vom ersten Start bis zum finalen Zieldurchgang genau die Bandbreite an Bedingungen, für die die Kieler Förde berühmt ist: vom glatten Inshore-Kurs mit druckvollen Drehern bis zur konstanten Brise und wachsenden Wellen draußen in der Bucht.
Um mit diesen Bedingungen zurechtzukommen, reisten die vier österreichischen Teams bereits Ende Juni an und absolvierten vor Ort vier Trainingstage. So versuchten sich alle österreichischen Teams bestmöglich auf die Wettfahrten vorzubereiten und im Feld der 276 Teams aus 35 Nationen gut zu performen. Leider konnte Felix Schauer gesundheitsbedingt nicht segeln, sodass Moritz Schauer kurzfristig einen Vorschoter aus Irland rekrutieren musste.
Die Teams, die für Österreich an den Start gingen, waren somit:
- Louisa Saletu und Noah Mink (beide UYCAs)
- Moritz Schauer (SCTWV) und Sebastian Wright (IRL, National Yacht Club)
- Antonia Senger-Weiss und Charlotte Senger-Weiss (beide YCB)
- David Vogl (SVW-YS Weyregg) und Max Figo (UYCNf)
©Internat. 29er Class Association
Das Regattateam setzte an allen Tagen auf flexible Kurs- und Flottenrotationen über die Bahnen Alpha, Bravo und Charlie – stets mit dem Fokus, Sicherheit sowie sportlich faire Rennen unter anspruchsvollen Bedingungen zu gewährleisten.
Zum Start lief alles nach Plan. Sechs Flotten gingen parallel auf drei Kursen in die Qualifikationsserie. Nahe der Küste prägten böige Dreher und flaches Wasser die Taktik, weiter draußen bauten Wind und lange Wellen über den Tag hinweg auf. Die Serie begann mit drei sauberen Läufen – ein starker, technischer Auftakt, der schnelle Manöver, präzise Laylines und konsequente Fehlervermeidung im Bootshandling belohnte.
Am dritten Tag brachte ein regennasser Morgen zunächst Wind unter 10 Knoten, bevor dieser im Tagesverlauf auf allen Bahnen zulegte.
- Alpha: geschützter, aber am stärksten gestört – viele Druckkanten und kurze Dreher.
- Bravo: die stabilsten Verhältnisse des Tages, taktisch berechenbarer.
- Charlie: am exponiertesten und entsprechend am windigsten.
Plötzliche Böen und kurze Wellenketten machten die Manöverfenster eng. Dennoch konnten vier Rennen pro Gruppe gesegelt und die Qualifikationsserie nach drei intensiven Tagen planmäßig abgeschlossen werden. Anschließend erfolgte die Einteilung in Gold-, Silber-, Bronze-, Emerald-, Purple- und White-Fleet.
Louisa Saletu und Noah Mink qualifizierten sich für die Bronze Fleet, Moritz Schauer mit Sebastian Wright sowie die Senger-Weiss-Zwillinge segelten in der Emerald Fleet und David Vogl mit Max Figo qualifizierten sich für die Purple Fleet.
Mit zunehmendem Wind priorisierte das Race Committee am vierten Tag die Gold- und Silberflotte auf der Bahn Alpha. Die Bedingungen steigerten sich von rund 16 Knoten mit anhaltenden Böen auf über 25 Knoten.
- Drei Rennen für Gold und Silber wurden gesegelt; danach erfolgte gegen 15:00 Uhr der Abbruch für alle Flotten.
- Bronze und Emerald warteten zunächst an Land und anschließend am Wasser, um die Sicherheit innerhalb eines einzigen, eng betreuten Renngebiets zu gewährleisten. Leider konnten letztlich nur Gold und Silber Wettfahrten absolvieren.
Das Bild auf dem Wasser: weiße Schaumkronen, hohe Geschwindigkeiten und spektakuläre Kenterungen – und dennoch viel Kontrolle durch das exzellente Bootshandling der Spitzenteams.
Am fünften Tag konnten die Gold- und Silberflotten ihre Finalserie auf sechs Rennen ausbauen.
- Gold segelte außen im langen Wellenbild bei durchschnittlich rund 18 Knoten und Böen von über 20 Knoten: Kleinste Fehler wurden teuer, saubere Starts und gute Downwind-Kontrolle waren entscheidend.
- Auf Bravo absolvierte die Bronze Fleet vier Rennen, die Emerald Fleet kam nach mehreren Generalrückrufen auf zwei Rennen.
- Purple und White segelten jeweils drei Rennen.
Bei der engen Punktelage an der Spitze war klar: Jeder Punkt im Finale würde zählen.
Am Finaltag gab es einen frühen Auslauf, verteilte Starts auf Alpha, Bravo und Charlie sowie zunächst instabile und drehende Winde, die den Puls steigen ließen und das Zeitmanagement herausforderten. Nach Verzögerungen stabilisierten sich die Bedingungen, und die letzten beiden Läufe konnten gestartet werden. Die Entscheidungen fielen letztlich durch eine Mischung aus Risikomanagement, dem Ausnutzen von Druckphasen und sauberem Flottenmanagement im Finale.
Gesamtergebnis
- Weltmeister 2026: Frankreich – Alexandre Mostini / Raphaël Allain
- Vizeweltmeister: Schweden – Henric Wigforss / William Drakenberg
- Platz 3: Argentinien – Felix Llauro / Lucas Cozar
Kategorien
- Mixed: USA – Annie Sitzmann / Anton Schmid
- Women: Dänemark – Emmeli Gramkov / Sofie Andersen
- U17: Deutschland – Johan Müller / Hanno Gewinn
Zusatzwertung
- Nations Cup: Neuseeland
Die 29er-WM 2026 zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und fordernd Kiel seglerisch sein kann: von feinen Druckunterschieden bis hin zu massiven Böenfeldern und ausgewachsenen Wellen – eine Meisterschaft, die Material, Crewarbeit und Taktik gleichermaßen auf die Probe stellte und am Ende würdige Titelträger hervorbrachte.
Die österreichischen Teams sammelten viel Erfahrung und belegten schlussendlich folgende Plätze:
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- Louisa Saletu und Noah Mink (beide UYCAs)
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- Moritz Schauer (SCTWV) und Sebastian Wright (IRL, National Yacht Club)
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- Antonio Senger-Weiss und Charlotte Senger-Weiss (beide YCB)
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- David Vogl (SVW-YS Weyregg) und Max Figo (UYCNf)
Alle Ergebnisse finden sich unter folgendem Link.
Ein besonderer Dank gilt Simon Dekleva und dem OeSV für die Unterstützung!
©Internat. 29er Class Association
