Vom 1. bis 8. August 2026 trafen sich in Lipno 182 Teams aus 27 Nationen zur 29er-Europameisterschaft – Österreich war mit neun Teams stark vertreten. Bereits ab 30. Juni wurde vor Ort trainiert, doch die Regattawoche selbst stand ganz im Zeichen von Leichtwind, Drehern und langen Startverschiebungen. Das prägte nicht nur die Tagesabläufe, sondern auch das Miteinander an Land: Coach- und Wetterbriefings am Morgen, gemeinsames Warten im Boatpark, Spielrunden und kleine Aufmunterungen wie Eis und Snacks sorgten für Teamgeist und gute Stimmung trotz zäher Bedingungen.

 Nach zwei nahezu windlosen Tagen brachte Tag 3 den ersten echten Fortschritt: Eine aufbauende Brise erlaubte allen Fleets zumindest eine Wettfahrt und gab der Meisterschaft spürbaren Auftrieb. Tag 4 begann ähnlich verhalten – die AP-Flagge wurde zum „Soundtrack“ der Woche –, doch am Nachmittag gelang es, stabile Bedingungen zu nutzen und weitere Rennen für Gelb, Grün und Rot abzuschließen, während Blau noch hinterherhinkte. Diese Asymmetrie bestimmte die Taktik für Tag 5: Die Blaue Flotte erhielt klare Priorität. Zwar zwang eine weitere Flaute die gesamte Flotte mittags wieder an Land, doch am Abend stellte sich endlich die beste Brise der Woche ein. Bis in den frühen Abend segelten die Crews konzentriert ihre Läufe zu Ende; Gelb und Grün zogen gleich, Blau schaffte den wichtigen Anschluss – begleitet von einem lebendigen Regattadorf, in dem zwischen Tischtennis, Strandspielen und Regattagesprächen die Wartezeiten gemeinschaftlich überbrückt wurden.

Der Finaltag (Tag 6) brachte den ersehnten Abschluss: Nach vorsichtigem Abwarten auf beiden Kursen setzte die Wettfahrtleitung einen letzten, entscheidenden Lauf ab – ein Finale nach einer Woche, in der Geduld, Nervenstärke und Professionalität von allen Beteiligten gefordert waren. Mit Rang zwei im Schlussrennen holten Felix Mulder und Thom Lahuis (NED 24) den Europameistertitel 2026 knapp vor den deutschen Crews Wagner/Ziegler und Plettner/Aigner. Die deutschen Seglerinnen Olha Lubianska und Liv Martin holten sich den Europameisterinnentitel overall und auch in der U17 Wertung. 

Aus österreichischer Sicht besonders erfreulich: Carla Waltersdorfer/Katharina Böckl (AUT 3284) ersegelten sich die Bronzemedaille in der Women U17 Open-Wertung und kamen im Gesamtklassement auf Rang 32. Herzliche Gratulation zu diesem starken internationalen Ergebnis!


©Sander van der Borch

Auch die anderen Teams zeigten ihr Durchhaltevermögen. Schlussendlich erzielten die österreichischen Teams folgende Platzierungen:

32. Carla Waltersdorfer (YCH) / Katharina Böckl (UYCWg)
53. Moritz Schauer (SCTWV) / Jakob Schwarz (YKA)
73. Antonia Senger-Weiss / Charlotte Senger-Weiss (beide YCB)
76. David Vogl (SVW-YS) / Maximilian Figo (UYCNf)
108. Louisa Saletu (UYCAS) / Noah Mink (Chiemsee Yachtclub)
136. Johann Walzel / Felix Medwed (beide SCTWV)
137. Felice Stabentheiner / Lia Lux (beide SCTWV)
149. Nici Senger-Weiss (YCB) / Jan Schurich (NCA)
154. Emile Soulier / Adrian Boller (beide YCP)

 Alle Ergebnisse finden sich unter folgendem Link.

Bedanken möchte sich das österreichische Team bei den Trainern Simon Dekleva und Julian Deuschl sowie der Betreuerin Hanna Kaizler.

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